So machst Du es heute (Stand 10/2026)

Was sich seit 2017 geändert hat

  • Win32 Disk Imager gibt es weiterhin kostenlos in Version 1.0.0 (letzte Aktualisierung des Projekts im Dezember 2024). Er kann eine SD-Karte als Image sichern („Read“) und zurückschreiben („Write“). Das Ziel muss aber nach wie vor mindestens so groß sein wie das Image.
  • Raspberry Pi Imager ist heute das offizielle Werkzeug, um Raspberry Pi OS und andere Systeme auf eine Karte zu schreiben (Windows, macOS, Linux). Er kann das System schon vor dem ersten Start einrichten (Hostname, Benutzer, WLAN, SSH). Eine Sicherungsfunktion hat er nicht.
  • Acronis True Image heißt nach einem Zwischenspiel als „Acronis Cyber Protect Home Office“ wieder so und wird im Abo verkauft. Ein „Plus Pack“ wird auf der Produktseite nicht mehr genannt. Für Raspberry-Pi-Karten brauchst Du es nicht mehr.
  • SD Card Formatter (früher „SDFormatter“) der SD Association ist aktuell in Version 5.0.4 verfügbar und unterstützt SD, SDHC, SDXC und SDUC.
  • GParted Live ist aktuell in Version 1.8.1 verfügbar, als 64-Bit-Image. Statt auf CD brennst Du es heute auf einen USB-Stick – viele Rechner haben gar kein CD-Laufwerk mehr.
  • Raspberry Pi 4, 5 und 500 können auch von USB-Laufwerken starten, der Raspberry Pi 5 zusätzlich von NVMe-SSDs über PCIe. Eine SSD ist für eine Smart-Home-Zentrale im Dauerbetrieb robuster als eine SD-Karte.

Drei kostenlose Wege, ein Image auf eine kleinere Karte zu bringen

  1. Direkt am Raspberry Pi mit dem SD Card Copier: Unter Raspberry Pi OS mit Desktop findest Du im Menü „Zubehör“ das Programm SD Card Copier (Paketname piclone). Es kopiert das laufende System auf eine zweite Karte im USB-Kartenleser und passt dabei die letzte Partition an die Größe des Ziels an. Das klappt auch auf eine kleinere Karte, solange die belegten Daten darauf passen. Für eine Zweitkarte im selben Gerät die Option „New Partition UUIDs“ aktivieren.
  2. Unter Linux oder Windows (WSL 2) mit PiShrink: Das freie Skript verkleinert ein vorhandenes Raspberry-Pi-Image (zum Beispiel aus Win32 Disk Imager) auf die tatsächlich belegte Größe. Beim ersten Start vergrößert sich das Dateisystem automatisch wieder auf die ganze Karte. Aufruf: sudo pishrink.sh pi.img, mit -z zusätzlich gzip-komprimiert. Danach kannst Du das kleine Image mit Win32 Disk Imager oder Raspberry Pi Imager („Eigenes Image“) auf die kleinere Karte schreiben.
  3. Mit GParted wie in der Anleitung unten: Partition verkleinern funktioniert weiterhin. Statt mit Acronis sicherst Du danach mit Win32 Disk Imager – dieser liest aber immer die ganze Karte. Weg 1 oder 2 ist deshalb bequemer.

Die Anleitung von 2017: Wie Du ein 16-GB-Image auf eine 8- oder 4-GB-SD-Karte ohne Linux-Befehle zurückspielst

Eines vorweg: Die Methode war leider nicht ganz kostenlos, da das Programm Acronis damals ca. 30 € kostete. Dafür ersparte es eine Menge Tipp-Arbeit, die die anderen Methoden mit sich brachten. Außerdem konnte man Acronis gleich noch für Windows- oder Daten-Backups verwenden.

Das Problem

Ein vorhandenes Win32DiskImager-Image auf eine kleinere SD-Karte aufspielen

Du hast Dein Backup ursprünglich mit dem Programm Win32DiskImager angelegt und dabei eine 16-GB-SD-Karte verwendet? Jetzt möchtest Du dieses Image gern auf eine kleinere 4- oder 8-GB-SD-Karte zurückspielen? Mit dem Win32DiskImager ist das leider nicht möglich, da nur gleich große oder größere SD-Karten infrage kommen. Manchmal gibt es sogar bei scheinbar gleich großen SD-Karten Probleme, das Image wiederherzustellen, gerade wenn die Sektorenzahl der beiden 16-GB-Karten verschieden ist. 16 GB ist eben nicht gleich 16 GB. Dabei wird folgende Fehlermeldung ausgegeben:

Scheinbar gleich große SD-Karten, aber mit unterschiedlicher Sektor-Anzahl

7 Dinge, die Du für die Konvertierung brauchtest

1

Win32DiskImager (Freeware)

Ein Backup-Tool, mit dem Du ganz einfach komplette SD-Karten ohne großen Aufwand sichern und wiederherstellen kannst.
Projektseite bei SourceForge

2

SDFormatter (Freeware), heute „SD Memory Card Formatter“

Schnell und einfach SD-Karten formatieren.
Download bei der SD Association

3

GParted Live (Freeware)

Damit kannst Du Linux-Partitionen (wie auch Raspberry-Pi-Distributionen) mit Hilfe eines Live-Systems neu partitionieren. So lässt sich die vorgegebene Partitionsgröße ganz einfach reduzieren. Andere Partitionsprogramme scheiterten daran leider.
Download bei gparted.org

Wenn Du lieber von einem USB-Stick statt einer CD booten willst – heute der Normalfall –, gibt es hier die Anleitung von GParted:
Anleitung Live-USB

4

CDBurnerXP (Freeware)

Damit konntest Du das GParted-Image auf eine CD bzw. DVD brennen. Natürlich ging auch ein anderes Brennprogramm wie Nero oder Alcohol 120%. Wichtig dabei war, dass die CD bootbar ist (Disc-at-once). Heute nimmst Du stattdessen einen USB-Stick (siehe Punkt 3).

5

Acronis True Image 2013 inkl. Plus Pack (damals ca. 30 €)

Acronis True Image ist ein Backup-Tool für Windows, mit dem Du ganz einfach Windows- oder Daten-Backups durchführen kannst. Ein Backup-Programm mit vielen Einstellmöglichkeiten, das ich damals nur empfehlen konnte. Es war nach meinem damaligen Wissensstand auch das einzige Tool, mit dem ich SD-Karten-Backups in dieser Form anlegen konnte. Wichtig war die Version mit dem Zusatz „Plus Pack“, da man damit auch bootbare SD-Karten sichern konnte. Mit den „normalen“ Acronis-Versionen ging das nicht ohne Weiteres.
Stand 2026: Diese Version wird nicht mehr verkauft; Acronis True Image gibt es heute im Abo. Kostenlose Alternativen findest Du oben im Abschnitt „So machst Du es heute“.

6

Eine größere SD-Karte (32 GB oder 64 GB)

Diese brauchst Du nur vorübergehend. Wenn Du Dein Image damals auf einer 16-GB-SD-Karte angelegt hast, brauchst Du zum Wiederherstellen mindestens eine 32-GB-SD-Karte, sofern das Backup nicht auf eine normale 16-GB-Karte passt (siehe das Problem mit der verschiedenen Sektorenzahl). Ich habe meine 64-GB-microSD-Karte aus meinem Handy genommen und in einen Adapter gesteckt. Daten vorher natürlich sichern!
Wenn Deine Raspberry-Distribution schon auf einer SD-Karte ist und Du diese nur sichern willst, brauchst Du natürlich keine extra SD-Karte.

7

SD-Kartenlesegerät

Du brauchst nicht unbedingt ein externes USB-SD-Kartenlesegerät. Schau erst einmal, ob Dein Laptop einen SD-Kartenslot hat. Falls nicht, hilft ein USB-SD-Kartenlesegerät. Ich habe eines von der Firma ANKER verwendet. Es gibt aber auch andere. Du hast die Wahl.


Die Lösung von 2017

Wie Du Dein vorhandenes Win32DiskImager-Image schrittweise auf eine kleinere SD-Karte bekommst

Hinweis: Wenn Du nur Dein Raspberry-Betriebssystem sichern möchtest, kannst Du direkt bei Punkt 4 einsteigen.

1

Mit SDFormatter die größere temporäre SD-Karte formatieren

Als Vorbereitung solltest Du Deine temporäre SD-Karte erst einmal sauber formatieren. Ich habe dazu meine microSD-Karte aus meinem Smartphone genommen. Einen passenden microSD-Adapter hatte ich ebenfalls noch da. Falls sich noch Daten darauf befinden, diese natürlich vorher sichern.

Notwendiges Equipment für den Datentransfer
Mit SDFormatter bereitest Du Deine SD-Karte vor

2

Vorhandenes Win32DiskImager-Image auf SD-Karte zurückspielen

Jetzt wählst Du Dein damals erstelltes Win32DiskImager-Image aus. Bei mir war es ein 16-GB-Image für die entsprechende 16-GB-SD-Karte. Dieses Image habe ich vorübergehend auf meine 64-GB-SD-Karte wiederhergestellt. Den Ablauf kannst Du anhand der Bilderreihe gut erkennen:

  1. Image-Datei zum Wiederherstellen auswählen.
  2. Auf „Write“ zum Beschreiben der SD-Karte klicken.
  3. Warten, bis der Schreibvorgang abgeschlossen ist (kann etwas dauern).
  4. Programm schließen. SD-Karte kann im Kartenleser bleiben.

3

Mit GParted die Partitionsgröße der SD-Karte verkleinern

Als Nächstes musst Du GParted auf eine CD/DVD brennen bzw. auf einen startfähigen USB-Stick bringen. Danach den Rechner neu starten und im BIOS bzw. UEFI das CD-Laufwerk oder den USB-Stick als Startmedium festlegen. Jetzt sollte GParted in einer eigenen Umgebung starten. Folgende Auswahl war während des Startvorgangs noch zu treffen (die Menüs der aktuellen Version können leicht abweichen):

  1. Auswahl „GParted live“.
  2. Auswahl „Don't touch keymap“.
  3. Auswahl „33“ für Englisch oder „10“ für Deutsch.
  4. Auswahl „0“ für „Continue to start X to use GParted automatically“.
  1. Datenträger wechseln (SD-Karte auswählen).
  2. Übersicht über alle Partitionen (verkleinert wird die ext4-Partition).
  3. ext4-Partition auswählen und mit der rechten Maustaste „Resize/Move“ wählen.
  4. Neue Größe eintragen (bei mir damals „3500“ MB, passend für eine 4-GB-Karte; die Partition muss größer bleiben als die belegten Daten) und mit „Resize/Move“ bestätigen.
  5. Partitionierung mit „Apply“ starten.
  6. Kurze Zeit warten.
  7. Fertig. Fenster mit „Close“ schließen.
  8. GParted mit „Quit“ schließen.
  9. GParted herunterfahren („Exit“-Button oben links).

4

Backup mit Acronis True Image Plus Pack erstellen

In Windows konntest Du dann gleich True Image starten. Die temporäre SD-Karte sollte natürlich noch im Kartenlesegerät stecken. Um das Backup anzulegen, ging ich wie folgt vor (Menüs der Version 2013):

  1. In den Reiter „Backup und Recovery“ wechseln und danach auf „Laufwerk- und Volume-Backup“
  2. Umstellen auf „Zu Laufwerks-Modus wechseln“
  3. Bei Quelle die SD-Karte auswählen (an der Größe 59,5 GB zu erkennen) und danach in die „Optionen für Laufwerk-Backup“ wechseln
  4. Im Reiter „Backup-Schema“ das Schema „Eine Version“ auswählen
  5. Im Reiter „Erweitert“ den Modus für Image-Erstellung „Sektor-für-Sektor sichern“ aktivieren
  6. Im Reiter „Performance“ den Komprimierungsgrad nach Belieben auswählen (je höher die Kompression, desto länger die Backup-Zeit) und mit OK das Fenster schließen
  7. Speicherziel sowie Dateinamen festlegen und danach das Backup starten
  8. Backup wird erstellt
  9. Fertiges Backup mit einer Größe von ca. 1,8 GB (komprimiert)

5

Wiederherstellung des Acronis-Backups auf eine 4-GB-SD-Karte

Nachdem wir das Backup von der 16- bzw. 64-GB-SD-Karte erstellt hatten, konnten wir die Wiederherstellung auf eine kleinere SD-Karte (4 oder 8 GB) starten. Dazu gingen wir wie folgt vor:

  1. Wenn das Backup nicht in der Liste steht, dann mit „Nach Backup durchsuchen“ zur Liste hinzufügen
  2. Datei auswählen
  3. Modus „Recovery“ starten
  4. „Zu Laufwerk-Modus wechseln“ aktivieren
  5. „Optionen für Laufwerks-Recovery“ anwählen
  6. Im Reiter „Erweitert“ den Modus „Sektor-für-Sektor“ aktivieren
  7. Quelle (Datei) und Ziel (4-GB-SD-Karte) auswählen
  8. Recovery-Vorgang starten
  9. Wiederherstellung läuft …

6

Erster Start des wiederhergestellten Raspberry-Betriebssystems

Es kann sein, dass beim ersten Start des Betriebssystems auf dem Raspberry Pi eine Fehlermeldung zur Partitionierung auftaucht. Einfach den Raspberry Pi neu starten und durchlaufen lassen. Danach sollte der Fehler behoben sein.
Das war’s! Hat Dir der Artikel geholfen oder hast Du Fragen? Schreib mir gern an blog.homification@gmail.com.

Zusammenfassung

Hier noch meine Einschätzung der Methode von 2017 nach dem Schulnoten-System.

0 Sterne = Note 6
6 Sterne = Note 1

Bedienbarkeit der Programme ★★★★★★ gut
Kosten für die Nutzung ★★★★★★ teilweise kostenpflichtig
Umfang des kostenlosen Angebots ★★★★★★ gut
Zeitaufwand für die Einarbeitung ★★★★★★ gering
Zeitaufwand für die Backup-Wiederherstellung ★★★★★★ gering
Einschränkungen - Methode ist nicht komplett kostenlos

Heute empfehle ich Dir einen der kostenlosen Wege aus dem Abschnitt „So machst Du es heute“. Wie Du Backups für Dein ganzes Smart Home regelmäßig und automatisch erledigst, liest Du in Smart Home: Wartung und Backup. Welche Hardware sich als Zentrale eignet, klärt Home Assistant einrichten.